Was haben Steuerrecht und modernes Ballett gemeinsam? 

Auf den ersten Blick vielleicht wenig, doch am Ende geht es in beiden Welten um Struktur, Präzision und die Frage, wie wir als Gesellschaft zusammenleben. 

Zwanzig Schülerinnen und Schüler unserer 10. Klassen tauschten am Samstag, den 25. April 2026, Gesetzestexte gegen Theaterkarten und besuchten im Nationaltheater die beeindruckende Ballett-Aufführung „Common Ground“.

Der dreiteilige Abend bot weit mehr als klassischen Tanz und hinterließ bei den Schülerinnen und Schülern bleibende Eindrücke:

Den Auftakt machte Alexander Ekmans „Cacti“. Mit viel Humor und einer begleitenden Sprechstimme nahm das Stück den Kulturbetrieb und die Kunstkritik aufs Korn. Besonders spannend für uns: Neben den Tänzerinnen und Tänzern wurde ein Streichquartett direkt in das Geschehen auf der Bühne integriert. Das Stück stellte die augenzwinkernde Frage, ob man vor lauter komplizierter Analyse manchmal den Blick für das Wesentliche verliert.

Ernster wurde es bei Johann Ingers „IMPASSE“. Hier ging es um die Frage, wie wir als Individuen und als Gesellschaft in Sackgassen – räumliche wie emotionale – geraten können. In poetischen und teils skurrilen Bildern wurde verhandelt, wie schwer es ist, sich selbst treu zu bleiben, wenn andere Lebensentwürfe locken. Ein Thema, das gerade für junge Menschen in der Orientierungsphase mitten ins Schwarze trifft.

Den Abschluss bildete der Klassiker „Bella Figura“ von Jiří Kylián. Zu Barockmusik begaben sich neun Tanzende auf eine Reise durch Zeit, Raum und Licht. Das Stück umkreiste die Schönheit und die menschliche Verletzlichkeit. Besonders philosophisch wurde es bei der Frage, ob eine Aufführung jemals wirklich endet oder ob wir nicht eigentlich unser gesamtes Leben lang „performen“.

Ein gelungener Abend, der bewies, dass die „Berufsschule für Steuern“ auch abseits von Paragraphen eine gute Figur macht!